Abschied vom Camino

Meine letzte Etappe bis Fisterra mißt nur diese 13km, aber heute lasse ich mir Zeit, unendlich viel Zeit. Gerade mache ich auf dieser kurzen Etappe bereits meine dritte Pause, ich will eigendlich das dieser Weg nicht endet. Nicht nur mir geht es so, auch vielen anderen die mit mir in Fisterra ankommen.

Bei der Ankunft in Santiago war es anders, auch dort war eine gewisse Melankolie dabei, doch auf dem Platz vor der Kathedrale sieht man nur in strahlende Augen und glückliche Gesichter.

Hier ist es irgendwie anders, auch wenn der Abend oben auf dem Felsen eine gewisse Mystic hat, besonders bei einem Sonnenuntergang bei klarem Wetter, vielen ist eben doch eine Melankolie ins Gesicht geschrieben….

Eigendlich ist für heute Regenwetter und Wind prognostiziert, im Augenblick sitze ich aber bei strahlendem Sonnenschein, kurz vor Fisterra in einer Strandbar.

Hier im Nordwesten Spaniens gibt es eine Besonderheit, es gibt viele Eukalyptuswälder, Eukalyptus gehört eigendlich nicht nach Europa, Seefahrer haben ihn vor Jahrhunderten aus Australien mitgebracht, heutzutage ist man garnicht mehr so glücklich über diese inversive Art, diese großflächigen Anpflanzungen. Interessant sind aber die Wälder in denen sich Eukalyptus und die heimische Kiefer mischen, dort liegt ein unglaublich intensives Duftaroma in der Luft das sich kaum beschreiben läst, aber einen sofort pfasziniert. 

Wer sich über den letzten Bergrücken der Bucht von Fisterra nähert kommt durch einen solchen Wald, es öffnet sich der Blick auf den Atlantik, zum eben beschriebenen Duftaroma kommt jetzt das Geräusch der auflaufenden Brandung direkt unterhalb des Waldes.