Die jenigen von euch die meinen Komoot – account verfolgen haben es sicher schon gemerkt. Meine Tagesetappen sind nach zwei, drei Schon-Etappen wieder etwas länger geworden. Ich selber habe hier einen gewissen Anspruch an mich und meine Fitnis: 25+x km sollte mein Tagesetmal sein.
Ich weiß ja immer noch nicht wieso ich mit unter 14kg auf dem Rücken auskomme. Dabei habe ich sogar, da es schließlich in den Herbst rein geht, einen leichten Parker eingepackt. Was habe ich blos vergessen? Sonst hatte ich immer so um die 15….17kg auf dem Rücken.
Dies ist ja jetzt schon mein vierter Camino, aber immer wieder gibt es Coriositäten die mich wundern lassen. Gerade zu dem Camino de la Costa, auf dem ich mich gerade bewege, gibt es Handbücher und auch Apps fürs Smartphon, aber die können anscheinend nicht so schnell an die Wirklichkeit angepasst werden wie sich diese verändert.
Jetzt nutze ich den Camino de la Costa ja nur als Zubringer zu meinem eigendlich geplanten Weg, dem Camino Primitivo (hat nix mit dem Wein aus Süditalien zutun, den Weg gibt es schon viel länger).
Der Camino Primitivo soll uriger, urwüchsiger, von der Wegführung anspruchsvoller sein als die meisten anderen Wege. Ich bin gespannt.
Aber jetzt habe ich zunächst noch einige Tagesetappen auf dem Camino de la Costa vor mir, bis ich dannn in Villaviciosa „links Abbiege“ richtung Olivedo, denn dort beginnt offiziell der Camino Primitivo. Doch hierzu erst in einigen Tagen mehr.
Aber jetzt noch einmal zu den oben erwähnten Veränderungen. Mir sind diese aufgefallen weil ich von rund zweieinhalb Jahen genau diesen Abschnitt schoneinmal gelaufen bin.
Gerade der Camino de la Costa weist in Handbüchern und auch den Smartphon Apps reichlich Alternativruten aus, nutzbar nur für Radpilger, nutzbar nur zu Fuß, nutzbar abhängig von Wetterlage oder persönlicher Fitniss. Dazu kommen dann noch die Änderungen mit dem „gelben Pfeil“ den eigendlichen Wegweisern auf dem Jakobsweg, bei denen ich den Eindruck habe das die Wegführund auch von Bar- und Bistrobetreibern, Anbietern von Unterkünften bis hin zu Ortsbürgermeister großzügig interpretiert wird und auch gelegendlich mal ein anderer Pfeil übermalt, oder ein Wegweiser entfernd wird.
Ich selber habe solche Malerarbeiten schon erlebt. Ich habe die beiden Maler angesprochen, es waren ein Kneipeje mit seinem Sohn, die begründeten das ihre Wegvariate dem Pilger schließlich runde 5km einspare.
Aber auch dazu später mehr.
Die Spanische Nordküste ist, sehr zerklüfftet, teilweise mit tiefen einschnitten ins Inland. Hier bleiben dem Pilger nur die Möglichkeit diesen Einschnitt, diese Bucht zu umwandern was gut und gerne mal einen vollständigen Wandertag ausmachen kann.
Heute nutzte ich als alternative eine Fähre um die Bucht von Santander zu quweren, was 4€ und rund 20min. kostete anstelle eines Wandertages von rund 25km.
Die Fährnutzer waren einige Arbeiter und ansonsten nur Fuß-und Radpilger (auch zu den Radpilgern gibt es an späterer Stelle einen Hinweis). Ausser mir waren es überwiegend australische und amerikanische Pilger.
Für mich sind auf dem Camino die Menschlischen Begegnungen immer das spannenste. Ich fiel an Bord sofort auf, denn ich musste schon rennen, aber der Skipper war freundlich und wartete auf mich.
So kam ich dann in einem australisch – amerikanischen Häuflein zu sitzen. Zunächst etwas smalltalk mit den australiern, sie hätten ja jetzt noch Winter auf der Südhalbkugel, da ist das Wetter in Europa doch angenehmer meinten sie.
Danach sprach mich ein sehr dunkel-farbiger Mann an. Er war ein riesen Kerl, den Kopf rasiert, aber mit einen langen, eher weissen anstatt grauen Bart. Allein in seiner Ruhe, seiner leisen Sprache, strahlte er schon Würde aus, es war Ismael, ein amerikanischer Geistlicher aus North Carolina auf den Weg nach Santiago und nach Muxia.
Die Tage mehr.

