Es geht vorran…

Jetzt geht es langsam auf Lugo zu. Einige der Wegbegleiter werden uns dann verlassen. Die jenigen die noch im Berufsleben stehen haben halt nicht das Glück den Geist des Caminos durchgehend zu erleben, sie gehen den Camino verteilt in Etappen, manchmal über Jahre hinweg.

Mein Plan von 25km+X funktioniert hier schon lange nicht mehr. Die Etappen längen, die Unterkunftsituation, aber auch die Anstrengungen der oft langen und steilen Anstiege in diesem Bergland lassen dies nicht zu.

Einige von uns werden in Lugo einen Pausentag einlegen. Einen Pausentag damit wir später, nämlich erst am kommenden Sonntag anstelle schon am Samstag in Santiago ankommen. Aufgrund eines Festes sind dort mal wieder alle noch so geraden bezahlbaren Unterkünfte ausgebucht, erst am Sonntagabend entspannt sich die Buchungslage wieder.

Vielleicht ist einigen lesern hier auch die Berichterstattung zur Lage auf dem Wohnungsmarkt in Spanien aufgefallen.

An diesem Wochenende fand eine Großdemonstration auf dem Platz vor der Kathedrale statt. Tausende Menschen kampierten in Zelten auf dem Vorplatz der Kathedrale um auf die lage am Wohnungsmarkt in Santiago aufmerksam zumachen.

Santiago ist eine Universitätsstadt und es fehlen bezahlbare Studentenunterkünfte. Hingegegen wird frei werdender Wohnraum zu Pilgerunterkünften umgewidmet da sich damit mehr Geld verdienen läßt.

Ich selber habe meinen diesjährigen Camino in den Herbst gelegt in dwr Hoffnung nicht im großen Ansturm, der großen Pilgerwelle mitlaufen zu müssen. Trotzdem kommen zu dieser Jahreszeit immer noch um die dreitausend und mehr, registrierte Pilger täglich in Santiago an.

was schert mich schon mein Geschwetz von Gestern.. .

…soll schon mal der alte Konrad gesagt haben…

Am Abend planen wir unsere nächste Etappe, am Morgen ist die Planung schon wieder hinfällig. Es gibt einfach zu wenig Unterkünfte auf der Strecke, es muss viel Improviesiert werden, bis hin zu Mietzelten auf den Herbergsgeländen, was jetzt in den Herbstnächten schon recht ungemütlich werden kann, oder Shuttleservice zu Unterkünften abseits der Strecke.

Die Landschaft ansich ist ein Traum. Wir gehen über offene Hochweiden durch Rinder-, Pferde- und sogar Eselsherden.

Auf einer Strecke von sieben Kilometern haben wir uns durch Wald, Wiesen, Schlamm und Geröllwegen bis auf 1140m hochgearbeitet, der Rundblick auf diesem zu überschreitenden Bergkamm war einfach gigantisch.

Sobald man die Gesellschaft der anderen Verließ, den Tross voraus oder auch mit Abstand hinterher lief, gab es eine natürliche Stille die man sich als Stadtmensch nicht vorstellen kann.

Heute morgen verließen wir unsere Unterkunft, hatten noch ein wenig Anhöhe zu erklimmen und schauten nach oben in den strahlendblauen Himmel, nach unten in ein von dichtem Nebel eingedecktes Tal, es dauerte bis zum Mittag bis die Sonne den Nebel aufgelöst hatte.

Auch jetzt muß ich nocheinmal eine Unmutsäusserung loswerden bzw. auch wiederholen.

Obwohl dieser Camino Primitivo noch einer der weniger bekannten und wegen seiner anspruchsvollen Wegführung weniger erschlossenen und begannenen Wege ist, haben wir Einzel- und Individualpilgerilger die ihr eigenes Wandergepäck auf dem eigenen Rücken tragen ständig mit blockierten Unterkünften zu kämpfen die durch pauschaltouristisch organisierte, rein gewinnorientierte Wirtschaftsunternemen, denen ich jeden Geist und jede Ethik zum Wege nach Santiago abspreche. Genauso auch diesen „möchtegern Pilgern“ die sich ihre Schrankkoffer von Unterkunft zu Unterkunft transportieren lassen.

Der Camino Primitivo macht es jetzt spannend

Wenn man sich auf dem Camino bewegt bilden sich im laufe der Tage einzelne Gruppen heraus. Pilger die ein ähnliches Tempo laufen, ein ähnliches Pausen- und Erholungsritual haben, die ähnliche Tagesetappen laufen, wobei diese hier auf dem Camino Primitivo schon durch die etwas dünne Infrastrucktur vorgegeben sind.

Wenn ich jetzt teilweise im „wir“ schreibe so hat sich jetzt eine lockere Gruppe ausgebildet, drei Koreaner, eine ganze reihe Engländer, Skandinavier, einige Polen, zwei Serbinnen und natürlich Spanier, im Augenblick bin ich der einzige Deutsche in diesem Troß, einige andere Deutsche sind ein ganzes Stück vor mir oder hinter mir unterwegs. Ich selber wurde inzwischen von einigen Spaniern „Adoptiert“.

Der gestrige Tag war mit seinem recht sportlichen Anstieg schon sehr anspruchsvoll, heute ging es nach den ersten drei Kilometern gleich richtig los, auf fünf Kilometern ging es gut 500 Meter bergan. Wir sind bei gut 250m gestartet, bis auf knapp 800m hochgekommen und haben dann den Tagesweg auf rund 600m beendet.

Die morgige Etappe ist etwas kürzer, nur 15km, aber dafür geht es gleich zum Morgen hoch bis auf 900m.

Wenn ich hier die Höhenmeter angebe, so sind das die Geodätischen Daten. Die von uns als Fußwanderer zurückgelegten Höhenmeter können wegen des ständigen auf und ab des Weges wesendlich mehr sein.

Tag eins auf dem „Camino Primitivo“ liegt jetzt hinter mir

Von Viellavisciosa bin ich abgebogen vom Camino de la Costa, zwei Zubringertage zum in Oviedo beginnenden Camino Primitivo. Auch diese zwei Tagesetappen sind bestens markiert, es ist fast nicht möglich sich zu verlaufen. Auf dieser Strecke von rund vierzig Kilometern gibt es nur eine Unterkunft für Jakobspilger, die Herberge von Pola de Siero. Hier musste ich tatsächlich mal wieder in einer der typischen Pilgerherbergen Quartier nehmen.

Es ist eine von der Gemeinde unterhaltene Wander- und Pilgerherbergen die durch die örtliche Jakobusbruderschsft betreut wird.

Das „Urgestein“ dieser Herberge ist Roberto, ein engagiertes Mitglied der örtlichen Jakobus Bruderschaft. Er begrüßte mich auf deutsch, Roberto arbeitete über dreißig Jahre bei Siemens in Dortmund als Elektrotechniker und meine Heimatstadt Ratingen wie auch Düsseldorf waren ihm wohlbekannt. Im Alter, nach seinem Ruhestand zog es ihn aber wieder zurück in seine Heimat, einem kleinen Ort bei Pola de Siero wo er sich jetzt, inzwischen fast achzigjährig, in der Jakobusbruderschaft engagiert und diese Herberge betreut. Er ist es auch der in dieser Region die Wegführung markiert. Ein mal im Jahr läßt er rund 1500 „gelbe Pfeile“ anfertigen die er dann selber klebt.

Ich erwähnte bereits das ich selber eher etwas kompfortablere Unterkünfte bevorzuge, aber manchesmal sind die Pilgerherbergen eben unumgänglich und auch wiederum ein besonderes Erlebnis.

Es gab zwei dieser sogenannten „Schnarchsääle“ mit je etwa 15 Schlafplätzen. Es war fast unerträglich. Dem einen war es zu kalt, er schließ alle Fenster, dem nächsten fehlte der Sauerstoff, er öffnete wieder alle Fenster. Die Bettgestelle, immer vier Betten standen auf einer vier Beinkonstruktion  waren nicht sehr stabil, es gab einen etwas übergewichtigen Mittschläfer der des Nächtens öffters die Toilette aufsuchen mußte und sich dann anschließend schwungvoll in sein Bett warf was die gesamte Konstruktion ins Wanken brachte.

Die folgende Etappe führte mich dann zum eigendlichen Ausgangspunkt des „Camino Primitivo“, nach Oliviedo.

Hier in Oliviedo gab es leider Streß bei der Unterkunftsuche, die örtliche Fußballmanschaft hatte ein Heimspiel und es fand gerade der Jahreskongress der Spanischen Physioterapeuten statt, das verursachte meine teuerste Pilgerunterkunft des ganzen Weges.

Nach meinem ersten Tag auf dem Camino Primitivo habe ich heute Grado erreich, ein spanisches  Städtchen wie man es sich nur vorstellen kann und dazu mit einer angenehmen Unterkunft.

Es ist das letzte Wochenende des September. Hier findet dann alljährlich das Festival der „Asturischen Trachten“ statt. Die Teilnehmer waren traditionell in Asturischen Trachten gekleidet, die besten und aufwendigsten Trachten wurden prämiert und gefeiert.

Ab morgen wird es spannend

Morgen verlasse ich den mir bekannten Weg. Zunächt gibt es zwei Tagesetappen von Villavisciosa nach Oliviedo als „Zubringerweg“. Erst in Oliviedo beginnt der eigendliche „Camino Primitivo“ der mich dann nach rund zehn Tagen und ca. 240km auf den mir inzwischen altbekannten Camino Francese führen wird. Ob das mit den Tagen und Kilometern so passt wird sich rausstellen müssen.

Einige wunderbare und sonnige Tage habe ich nun hinter mir

Zunächst zur Info, die sache mit dem gestörten mobilen Internet hatte sich am nächsten Morgen wie von selbst erledigt.

Nachdem ich in den letzten Tagen zweimal Besuch in meinen Betten in den Unterkünften hatte weiß ich was ich zu Hause vergessen habe, ich habe vergessen meine Heimkehr vorzubereiten. Bei meinen längeren Caminos führt mich mein erster Weg bei der Rückkehr in den Keller, dort entledige ich mich meinem Gepäck und meiner gesamten Kleidung! Vor meiner Abreise habe ich dort bereits Wechselkleidung deponiert, das habe ich dieses mal vergessen. Meine Ausrüstung wird dann teilweise entsorgt oder kommt sofort in den 95° Waschgang, darunter geht es einfach nicht. Ich hatte mämlich Besuch von diesen nur rund vier Millimeter großen, mehrbeinigen, rot-rotbraunen Tierchen, konnte diese jedoch bevor es ernst wurde erledigen, es ist schon erstaunlich was diese kleinen, harten Körper für ein Geräusch machen wenn sie zerquetscht werden.

Morgen werde ich Villaviciosa erreichen. Übermorgen werde ich hinter diesem Ort auf den Camino Primitivo abbiegen. Auch wenn dieser offiziel erst in Oliviedo, also nach zwei weiteren Zubringer-/Tagesetappen beginnt.

Bisher habe ich mich in bekanntem Terrain bewegt, ich kannte die Etappen von Bilbao nach Villaviciosa bereits von meinem letzten Camino 2024. Ich habe jedoch zur Abwechselung einige Alternativrouten und überwiegend andere Unterkünfte gewählt.

Zu den Unterkünften gibt es noch etwas zu sagen, in meinem fortgeschrittenen Alter, und da bin ich nicht der einzige der so denkt und handelt, bevorzuge ich eher kleine Pensionen oder Hotels, ich schätze halt meine eigene Dusche und meine eigene Toilette.

Ich mag halt nicht mehr diese Massenunterkünfte mit den sogenannten „Schnarchsälen“ andere mögen diese diese archaich und kultig nennen, ich mag sie einfach nicht mehr.

Die letzten Tage führten mich überwiegend längs der spanischen Nordküste, es ist ein imponierendes Bild oben längs der Klippen langzulaufen, rechts unter einem die Atlantikbrandung und links die schon zum Teil sehr hohen Berge, manche am Morgen noch im dichtem Nebel.

Bay the Way, was die Unterkünfte angeht sind die Preise in den vergangenen Zweieinhalb Jahren geradezu explodiert. Dort wo ich seinerzeit noch zwischen 35,00€ und 50,00€ bezahlt habe läuft heute unter 60,00€ bis 80,00€ garnichts mehr für eine Übernachtung.

 

 

Um mit dem alten Tom Hanks zu sprechen:

„Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel, man weis nie was drin ist“

Vorgestern hatte ich noch optimistich getönt, ihr sollt euch nicht über meine kurze Tagesetappe wundern, diese war wegen des Tageszieles beabsichtigt.

Gestern war ich nach 17,9km so fertig das ich froh war eine Unterkunft zu finden und mich ersteinmal schlafen legen konnte. Ich war aber nicht der einzige der sich eine Auszeit genommen hatte. Einige meiner Wegbekanntschaften haben sich bereits in Santillana del Mar eine Auszeit gegönnt und einen Tag ausgesetzt um sich vom Starkregenwetter der letzten Tage zu erholen.

Aber nach meinem frühen Abbruch gestern war ich heute wieder bestens erholt und konnte „Gas geben“ . Dachte ich!

In meinem Beitrag von Vorgestern hatte ich es schon erwähnt, die meisten Pilger/Wanderer auf dem Camino nutzen keine Handbücher oder Kartenwerke mehr, sie nutzen eine Navigationssoftware in kombintion mit einer der vielen Camino-Apps die es inzwischen gibt.

Und heute kam es bei einem Vertrags-Provider zu einer großflächige Störung des Mobilen Internets…nicht alle waren davon betroffen, aber leider auch ich.

Glüchlicherweise hatte ich mir die wichtigsten Karten zur Offlinenutzung heruntergeladen so das ich über die GPS-Navigation immer noch wußte wo ich war und wohin ich wollte.

Mal sehen wie es morgen weiter geht. Hier in Spanien haben fast alle Bars längs des Weges ein offens WiFi wo ich mich zwischendurch einloggen, Mails und andere Daten abrufen kann.

Nicht das ihr glaubt das ich heute geschwächelt habe

Heute bin ich mit Absicht nur runde 22km gelaufen, denn ich habe Santillana del Mar erreicht. Auf meinem Camino vor 2 1/2 Jahren habe ich diesen Ort nur durchstreift weil ich nur wenige Kilometer vorher genächtigt hatte. Aber ich war phasziniert von diesem Örtchen, wenn gleich es auch ein Touristischer Hotspot ist.

Dieses mal hatte ich mir vorgenommen diesen Ort zu besuchen und hier zu nächtigen.

Ein warhaft pittoresker Ort, man könnte glauben der gesammte Ort stehe unter Denkmalschutz oder ist ein Museum.

Die Hotels, Bars und Restaurants verfügen über Schätze an alten massivholz Möbeln. Jetzt denkt aber bitte nicht an die rustikal-spanischen Möbel wie ihr sie vielleicht aus spanischen Ferienwohnungen kennt, es waren überwiegend hochwertige, fachgerecht restaurierte Jugendstil und Biedermeiermöbel. Ein Restaurand verfügte über eine eigene Uhrenausstellung mit hochwertigen Wanduhren.

Aber jetzt noch einmal zum Thema Wegführung. Ich hatte es schon gestern angedeutet. Selbst die Smartphone-Apps kommen bei den laufenden Wegänderungen nicht mehr nach, heute war mein Jakobsweg zweimal gesperrt wegen Bauarbeiten, es waren nicht unerhebliche Umwege erforderlich. Printmedien haben da erst recht keine Möglichkeit nach zu kommen.

Wenn ich mir die Mayersche- oder die Droste- oder auch Thalia-Buchhandlung ansehe, finde ich heute maximal einen knappen Meter an Pilgerführern, vor ein paar Jahren noch waren es noch ein gut gefülltes Regal.

Dafür sehe ich heute ständig Pilger auf dem Weg die die ganze Zeit gebannt auf ihr Smartphon schauen.

In diesem zusammenhang fällt mir eine Gemeinsamkeit zwischen Jakobspilgern und Motorradfahrern auf. Ich selber fahre seit über 50 Jahren Motorrad. Es gehörte sich bei entgegenkommenden Motorradfahren zu grüßen (DLZG…die Linke zum Gruß war die Devise). Heute vermisse ich diese Geste bei den meisten Motorradfahrern, aber genau das muß ich leider auch auf dem Camino feststellen. Der Gruß „Buen Camino“ wird oft nicht erwiedert, oder es folgt vielleicht ein gemurmeltes „Olla“, das spanische Hallo, manches mal habe ich auch den Eindruck ich schaue in „Die Toten Augen von London“ um es mit Edgar Walles zu formulieren.

Die Umgangsformen und Rituale des Weges geraten immer mehr zur Nebensache.

 

Das rechte Knie zwickt nicht mehr

Die jenigen von euch die meinen Komoot – account verfolgen haben  es sicher schon gemerkt. Meine Tagesetappen sind nach zwei, drei Schon-Etappen wieder etwas länger geworden. Ich selber habe hier einen gewissen Anspruch an mich und meine Fitnis: 25+x km sollte mein Tagesetmal sein.

Ich weiß ja immer noch nicht wieso ich mit unter 14kg auf dem Rücken auskomme. Dabei habe ich sogar, da es schließlich in den Herbst rein geht, einen leichten Parker eingepackt. Was habe ich blos vergessen? Sonst hatte ich immer so um die 15….17kg auf dem Rücken.

Dies ist ja jetzt schon mein vierter Camino, aber immer wieder gibt es Coriositäten die mich wundern lassen. Gerade zu dem Camino de la Costa, auf dem ich mich gerade bewege, gibt es Handbücher und auch Apps fürs Smartphon, aber die können anscheinend nicht so schnell an die Wirklichkeit angepasst werden wie sich diese verändert.

Jetzt nutze ich den Camino de la Costa ja nur als Zubringer zu meinem eigendlich geplanten Weg, dem Camino Primitivo (hat nix mit dem Wein aus Süditalien zutun, den Weg gibt es schon viel länger).

Der Camino Primitivo soll uriger, urwüchsiger, von der Wegführung anspruchsvoller sein als die meisten anderen Wege. Ich bin gespannt.

Aber jetzt habe ich zunächst noch einige Tagesetappen auf dem Camino de la Costa vor mir, bis ich dannn in Villaviciosa „links Abbiege“ richtung Olivedo, denn dort beginnt offiziell der Camino Primitivo. Doch hierzu erst in einigen Tagen mehr.

Aber jetzt noch einmal zu den oben erwähnten Veränderungen. Mir sind diese aufgefallen weil ich von rund zweieinhalb Jahen genau diesen Abschnitt schoneinmal gelaufen bin.

Gerade der Camino de  la Costa weist in Handbüchern und auch den Smartphon Apps reichlich Alternativruten aus, nutzbar nur für Radpilger, nutzbar nur zu Fuß, nutzbar abhängig von Wetterlage oder persönlicher Fitniss. Dazu kommen dann noch die Änderungen mit dem „gelben Pfeil“ den eigendlichen Wegweisern auf dem Jakobsweg, bei denen ich den Eindruck habe das die Wegführund auch von Bar- und Bistrobetreibern, Anbietern von Unterkünften bis hin zu Ortsbürgermeister großzügig interpretiert wird und auch gelegendlich mal ein anderer Pfeil übermalt, oder ein Wegweiser entfernd wird.

Ich selber habe solche Malerarbeiten schon erlebt. Ich habe die beiden Maler angesprochen, es waren ein Kneipeje mit seinem Sohn, die begründeten das ihre Wegvariate dem Pilger schließlich runde 5km einspare.

Aber auch dazu später mehr.

Die Spanische Nordküste ist, sehr zerklüfftet, teilweise mit tiefen einschnitten ins Inland. Hier bleiben dem Pilger nur die Möglichkeit diesen Einschnitt, diese Bucht zu umwandern was gut und gerne mal einen vollständigen Wandertag ausmachen kann. 

Heute nutzte ich als alternative eine Fähre um die Bucht von Santander zu quweren, was 4€ und rund 20min. kostete anstelle eines Wandertages von rund 25km.

Die Fährnutzer waren einige Arbeiter und ansonsten nur Fuß-und Radpilger (auch zu den Radpilgern gibt es an späterer Stelle einen Hinweis). Ausser mir waren es überwiegend australische und amerikanische Pilger.

Für mich sind auf dem Camino die Menschlischen Begegnungen immer das spannenste. Ich fiel an Bord sofort auf, denn ich musste schon rennen, aber der Skipper war freundlich und wartete auf mich.

So kam ich dann in einem australisch – amerikanischen Häuflein zu sitzen. Zunächst etwas smalltalk mit den australiern, sie hätten ja jetzt noch Winter auf der Südhalbkugel, da ist das Wetter in Europa doch angenehmer meinten sie.

Danach sprach mich ein sehr dunkel-farbiger Mann an. Er war ein riesen Kerl, den Kopf rasiert, aber mit einen langen, eher weissen anstatt grauen Bart. Allein in seiner Ruhe, seiner leisen Sprache, strahlte er schon Würde aus, es war Ismael, ein amerikanischer Geistlicher aus North Carolina auf den Weg nach Santiago und nach Muxia.

Die Tage mehr.

 

 

 

 

 

 

Der zweite Tag auf meinem Camino

Nach dem ich 1 1/2Tage in dieser quirligen, spannenden Stadt mit dem aufregenden Guggenheim-Museum verbracht habe, in dem gerade eine ausführliche Sonderschau mit Werken von Jasper Johns läuft, mich mit Kunst und Kultur befasst habe, bin ich nun mal wieder auf dem Camino.

Wie schon erwähnt habe ich mir die ersten Etappen ab Irun gespart, denn den Camino de la Costa bin ich vor rund 2 1/2  Jahren schon einmal gegangen. Jetzt dient er mir als Zubringer zu meinem neuen Weg, dem Camino Primitivo. Ich werde mich also die ersten Kilometer in bekanntem Revier bewegen. Damit das ganze aber nicht zu langweilig wird verändere ich meine Etappenlänge und daher auch die Unterkünfte. 

Leider zwickt mich heute mein rechtes Knie, so etwas hatte ich noch nie, so habe ich heute eine etwas kürzere Etappe eingelegt.

Ich bleibe auf den Camino de la Costa bis Villaviciosa, dort biege ich dann ab um auf den Camino Primitivo zu kommen der offiziel in Oliviedo beginnt. Dieser Camino, noch etwas urwüchsiger und von der Streckenführung anspruchsvoller, ist noch nicht so stark begangen.

Bei meiner Anreise mit dem Flieger nach Bilbao war schon am Gepäckband im Flughafen Bilbao die Anzahl der Wanderrucksäcke und der Wanderschuhträger enorm.

Ach ja, was ich noch erwähnen möchte, ich schreibe auf dem Smartphon ohne Rechtschreibkorrektur, wer also Rechtschreibfehler finden sollte, darf diese gerne behalten!