Neueste Erlebnisse, Teil drei

Hier in Spanien ist die Unterkunftsituation eigentlich sehr entspannt, so dass ich es mir abgewöhnt habe, meine Unterkünfte für die kommende Nacht vorzubuchen. Ich suche am Nachmittag eine Albergeque auf und hoffe, hier einen freien Platz zu finden. Wenn nicht, dann versuche ich es halt bei der nächsten Albergeque.
Für diesen Abend hatte Melanie San Nicolas vorgeschlagen. San Nicolas ist eigentlich eine Kapelle, die von italienischen Hospitaleros als Herberge betrieben wird.
In der Kapelle wird am Abend gemeinsam gekocht, vor dem Essen gibt es eine kurze Andacht mit dem Ritual der Fußwaschung, anschließend wird gemeinsam gegessen. Geschlafen wird zum großen Teil auf Matratzen, auf dem Fußboden der Kapelle.

Abendessen in der Kapelle San Nicolas

Am Morgen wird mit klassischer, sakraler Musik aus dem Smartphone geweckt. Es gibt ein gemeinsames Frühstück, dann brechen wieder alle auf zur nächsten Tagesetappe.
Gekocht wird in der Kapelle auf einem Gasherd, die Wasserversorgung erfolgt über einen eigenen Brunnen, das Warmwasser für die Duschen kommt aus den Solarkollektoren.
In der Kapelle steht lediglich Kerzenlicht zur Verfügung.
Finanziert wird diese Herberge ausschließlich mittels Donativo, d.h. mit den Spenden die die Jakobspilger hinterlassen. Ich habe hier 25,–€ hinterlassen, dieser Betrag entspricht in etwa dem was man in Spanien für ein Bett, Abendessen und Frühstück in einer Herberge kalkulieren muß.

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