…soll schon mal der alte Konrad gesagt haben…
Am Abend planen wir unsere nächste Etappe, am Morgen ist die Planung schon wieder hinfällig. Es gibt einfach zu wenig Unterkünfte auf der Strecke, es muss viel Improviesiert werden, bis hin zu Mietzelten auf den Herbergsgeländen, was jetzt in den Herbstnächten schon recht ungemütlich werden kann, oder Shuttleservice zu Unterkünften abseits der Strecke.
Die Landschaft ansich ist ein Traum. Wir gehen über offene Hochweiden durch Rinder-, Pferde- und sogar Eselsherden.
Auf einer Strecke von sieben Kilometern haben wir uns durch Wald, Wiesen, Schlamm und Geröllwegen bis auf 1140m hochgearbeitet, der Rundblick auf diesem zu überschreitenden Bergkamm war einfach gigantisch.
Sobald man die Gesellschaft der anderen Verließ, den Tross voraus oder auch mit Abstand hinterher lief, gab es eine natürliche Stille die man sich als Stadtmensch nicht vorstellen kann.
Heute morgen verließen wir unsere Unterkunft, hatten noch ein wenig Anhöhe zu erklimmen und schauten nach oben in den strahlendblauen Himmel, nach unten in ein von dichtem Nebel eingedecktes Tal, es dauerte bis zum Mittag bis die Sonne den Nebel aufgelöst hatte.
Auch jetzt muß ich nocheinmal eine Unmutsäusserung loswerden bzw. auch wiederholen.
Obwohl dieser Camino Primitivo noch einer der weniger bekannten und wegen seiner anspruchsvollen Wegführung weniger erschlossenen und begannenen Wege ist, haben wir Einzel- und Individualpilgerilger die ihr eigenes Wandergepäck auf dem eigenen Rücken tragen ständig mit blockierten Unterkünften zu kämpfen die durch pauschaltouristisch organisierte, rein gewinnorientierte Wirtschaftsunternemen, denen ich jeden Geist und jede Ethik zum Wege nach Santiago abspreche. Genauso auch diesen „möchtegern Pilgern“ die sich ihre Schrankkoffer von Unterkunft zu Unterkunft transportieren lassen.

