Wenn man sich auf dem Camino bewegt bilden sich im laufe der Tage einzelne Gruppen heraus. Pilger die ein ähnliches Tempo laufen, ein ähnliches Pausen- und Erholungsritual haben, die ähnliche Tagesetappen laufen, wobei diese hier auf dem Camino Primitivo schon durch die etwas dünne Infrastrucktur vorgegeben sind.
Wenn ich jetzt teilweise im „wir“ schreibe so hat sich jetzt eine lockere Gruppe ausgebildet, drei Koreaner, eine ganze reihe Engländer, Skandinavier, einige Polen, zwei Serbinnen und natürlich Spanier, im Augenblick bin ich der einzige Deutsche in diesem Troß, einige andere Deutsche sind ein ganzes Stück vor mir oder hinter mir unterwegs. Ich selber wurde inzwischen von einigen Spaniern „Adoptiert“.
Der gestrige Tag war mit seinem recht sportlichen Anstieg schon sehr anspruchsvoll, heute ging es nach den ersten drei Kilometern gleich richtig los, auf fünf Kilometern ging es gut 500 Meter bergan. Wir sind bei gut 250m gestartet, bis auf knapp 800m hochgekommen und haben dann den Tagesweg auf rund 600m beendet.
Die morgige Etappe ist etwas kürzer, nur 15km, aber dafür geht es gleich zum Morgen hoch bis auf 900m.
Wenn ich hier die Höhenmeter angebe, so sind das die Geodätischen Daten. Die von uns als Fußwanderer zurückgelegten Höhenmeter können wegen des ständigen auf und ab des Weges wesendlich mehr sein.

