Auf der Zielgeraden (Teil 2, emotional)

Wenn ich Ende der nächsten Woche Santiago erreiche, bin ich etwa 95 Tage zu Fuss auf dem Camino gewesen, 95 Tage vom Rheinland nach Galicien in Nord-Westspanien.
Ich hatte zu Anfang meines Blogs im Juni/Juli über meine Pilgerfreundin Martina berichtet, sie ist im Sommer den Camino Portugies gegangen, rund 280km von Porto nach Santiago.
Sie berichtete mir von einer Euphorie, die sie schon vor Santiago befiel und die noch Tage nach ihrer Rückkehr anhielt. Änliches beginne ich schon jetzt zu spüren, gut eine Woche vor dem Ziel, es ist eine merkwürdige Vorfreude.
Diese Vorfreude paart sich aber auch mit Wehmut, denn ich werde wohl niemals mehr so wunderbare Begegnungen mit Menschen aus aller Welt haben, wie ich sie hier in den letzten Wochen hatte.
Andererseits kann ich sagen, diese Wochen haben mir gut getan, die ersten sechs Wochen vor Le Puy in denen ich sehr alleine war und meinen Gedanken nach gehen konnte. Diese abwechslungsreichen Wochen zwischen Le Puy und Saint Jean Pied de Port, bezogen auf Landschaft und auf meine Bekanntschaften, aber ganz besonders über diese wunderbaren Wochen in Spanien mit den Menschen aus aller Welt die ich hier treffen und kennenlernen konnte
Ich konnte mir Gedanken machen über meine Vergangenheit, die Gegenwart auf dem Jakobsweg wie auch über meine Zukunft, wenn diese auch begrenzt ist, denn den größten Teil meines Lebens habe ich sicher schon gelebt.

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